Nachrichten aus der Pfarrei St. Katharina von Alexandrien

Pfarrbrief »miteinander unterwegs«


Oktober 2018

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Liebe Gemeinde!

Wir machen viele Pläne. Jeder Tag, jede Stunde wird geplant oder auch verplant. Und was haben wir letztlich davon?
Und: Wie viele Baumeister haben sich schon verrechnet, als sie einen Turm bauen wollten? Wie viele Könige und Feldherren haben trotz genauester Erkundigungen und Spionage und Beratungen über die Stärke ihres Feindes den Krieg verloren?
Wir müssen damit rechnen, dass wir eine Situation oder unsere eigenen Kräfte falsch einschätzen. Wir hatten geglaubt, ganz sicher zu sein. Mitten hinein in die Sorglosigkeit des Alltags überrascht uns das Erschrecken: eine Freundschaft zerbricht, ein Verwandter erkrankt schwer, der Vater wird arbeitslos, Kinder fallen durch das Examen, die Kirche zeigt sich bei einer Ehescheidung unbarmherzig.
Wir wollen weglaufen. Wir wissen nicht mehr, wie es weitergeht. Alle Kraft und alle Sicherheit, die unserem Leben Halt geben wollten, sind verschwunden.
Die Bibel gibt uns einen Hinweis, wo wir sicheren Halt bekommen können: »Verlasst euch auf mich« sagt Jesus seinen Freuden, seinen Mitmenschen. Er macht uns deutlich, dass er allein letzter Halt ist, dass er letzte Sicherheit gibt, weil wir uns auf ihn verlassen können. Er möchte uns von dem Wahn befreien, in materiellen Dingen Sicherheit zu finden. Das heißt nicht, dass materielle Dinge zu verteufeln sind. Sie können das Leben erleichtern und angenehm gestalten, aber sie sind letztlich nicht alles. Andere Werte müssen dazu kommen: Ehrlichkeit, Vertrauen, Wahrheit. Mit Jesus zu leben, heißt ihm trauen, ja vertrauen.
Diese Unterscheidung will gelernt, erprobt und erfahren werden.
Im November besuchen wir unsere Toten. Und wir tun dies, weil eine Erfahrung von Leben in uns steckt, eine Antwort auf die Fragen: woher kommt alles Leben und Wohin geht es? Wir trauen der Aussage, dass Jesus auferstanden unter uns lebt. Er gibt Sinn unserem irdischen Planen.
Ein waches und hörendes Herz hatte der König Salomo von Gott erbeten, als er seine Regierung antrat. Es ist notwendig, darum zu beten. Studium und Nachdenken allein tun es nicht. Die Klarheit des Geistes und der zündende Funke lassen sich nicht erzwingen: man kann sie nur erbitten und als Geschenk annehmen.


Stefan Langer, Pfarrer


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