Nachrichten aus der Pfarrei St. Katharina von Alexandrien

Pfarrbrief »miteinander unterwegs«


September 2016

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Vier-Chöre-Konzert in Herz Jesu – abwechslungsreich, besinnlich, brillant


Als »historisches Ereignis« bezeichnete Konzert-Moderator Georg Zimmerer in seinem Schlusswort den gelungenen Auftritt der Chöre aus Pinneberg (Kirchenchor St. Michael) und Halstenbek (Jugendchor SongShine, Kantorei Krupunder und Kirchenchor Herz Jesu). Sie traten am 3. Juli als Veranstaltung der Halstenbeker katholischen und evangelischen Kirchengemeinde in der Herz-Jesu-Kirche erstmalig gemeinsam auf.
Vier Chöre, das bedeutete vier Highlights. 90 Minuten lang und immer wieder neue Nuancen, Stilrichtungen und Chorschwerpunkte. Beginn war der heitere Einzug des Jugendchors SongShine, klangvoll umgeben von Orgelimprovisationen des »Orgel-Autodidakten« Hendrik Schwager (O-Ton Zimmerer). Die Spannung in der prall gefüllten Kirche vor dem Konzertbeginn erreichte einen Höhepunkt, als die Jugendlichen vor dem Altar Stellung bezogen hatten. Doch noch verweilte der um einen reibungslosen Ablauf (im Nachhinein gesagt: erfolgreich) bemühte Moderator gefühlt lange zwei Minuten bei Begrüßung und Einleitung.
Bald aber zeigte SongShine mit vier Liedern seine vielseitige Begabung – sowohl a cappella wie in instrumental begleiteter Aufführung eines romantischen Lieds von Mendelssohn-Bartholdy und dreier zeitgenössicher Hits von S. Mabey, Queen und Wise Guys. Für das letzte Stück positionierte sich der Chor sehr effektvoll an den vier Ecken des Kirchenschiffs. Trotz der Bitte, nur jeweils nach dem Gesamtprogramm der einzelnen Chöre zu applaudieren, bekam SongShine auch tosenden Applaus vor dem eigentlich vorgegebenen Zeitpunkt.

Als nächster kam der Herz-Jesu-Chor mit einer schlicht, feinstimmig und präzis artikulierten Ausführung von drei Kirchenliedern, die sich in Klang und Inhalt kaum deutlicher hätten unterscheiden lassen: mal anmutig (Mendelssohns »Wirf Dein Anliegen auf den Herrn«), mal anbetend/dankend (»Taizé-Laudate«) und schließlich britisch-majestätisch (»Tamblings Sanctus/Benedictus«), was das Publikum zu einem verdient langen Applaus motivierte. Das dritte Highlight kam mit der vom Herz-Jesu-Chor und der Kantorei Krupunder zusammen ausgeführten mitreißenden Interpretation eines Auszugs aus der »Schöpfung« von Haydn.
Das Mitreißende blieb herausragendes Merkmal der Kantorei bei ihrer Ausführung von Werken des Brasilianers Loureiro Lopes (»Obrigado, Senhor« – im portugiesischen Originaltext gesungen), des romantischen Hamburgers Mendelssohn-Bartholdy (»Wie der Hirsch schreit«) und des italienischen Verdi (»Va pensiero«); auch hier dankte das Publikum mit langem Applaus.
Als i-Pünktchen aller Kirchenchöre kam zuletzt die virtuose A-cappella-Aufführung von fünf ans Herz gehenden Kirchenliedern aus drei Jahrhunderten durch den Kirchenchor St. Michael: »Alta Trinita beata« (Anonymus, 13. Jh.), »Ubi caritas et amor« (O. Gjeilo, 2001), »Jubilate Deo« (L. Hamos, 1909 – 1997), »Locus iste« (A. Bruckner, 1869) und »In stiller Nacht« (J. Brahms, 1864). Auch nach diesem Vortrag belohnte fast nicht endenwollender Applaus die Sängerinnen und Sänger.
Bemerkenswert dabei war, wie deutlich jeder Chor die Handschrift seiner Chorleiter(innen) zeigte: bravourös-temperamentvoll der Jugendchor unter Dorit Navetta, konturgenau der Herz-Jesu-Chor unter Lene Strindberg, lebhaft und geschmeidig die Kantorei Krupunder unter Hye-Yeon Ko und filigran nuanciert der St.-Michael-Chor unter Wolfram Hillenbrand.
Damit nicht genug, forderte der Moderator zum Schluss alle vier Chöre mit knapp 90 Sängerinnen und Sängern zum gemeinsamen Mozart-Lied »Herr Gott, Dich loben wir« auf, enthusiastisch dirigiert durch Lene Strindberg und heftig applaudiert vom Publikum. Darauf die Überraschung des Abends: der raumfüllende Kanon »Viel Glück und viel Segen« aller Chöre zusammen mit dem Publikum für das Geburtstagskind Ursula Büttner, 70 (O-Ton Büttner: »So einen Kanon werde ich nie vergessen«).
Dann das vierstimmige Schlusslied des irischen Reisesegens »Mögen sich die Wege« von Chören und Gemeinde, Danksagungen und Blumen-Überreichung an Chorleiter, Organisten, Pianisten, Moderator und Koordinator; dieser nahm seine Rose zwar an, warf sie allerdings als Dank an das »großzügige Publikum« rücklings in Richtung Kirchenbänke zurück, nachdem er die (leider vergebliche) Hoffnung geäußert hatte, damit ein neues Chormitglied einzufangen.
Und die Orgel ertönte unter den Improvisationen von Hendrik Schwager erneut, um die nun hinausströmenden Konzertbesucher klangvoll zu begleiten.
Mit mehr als 1 100 Euro Spendeneinnahmen für die Finanzierung der Orgel war die Veranstaltung auch finanziell gelungen.



Gilberto Calcagnotto


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