Nachrichten aus der Pfarrei St. Katharina von Alexandrien

Pfarrbrief »miteinander unterwegs«


Oktober 2013

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Fest Fest

Drei Ereignisse an einem Tag. Sehr persönliche Anmerkungen zum Pfarrfest in der Pfarrei St. Katharina


Drei Ereignisse an einem Tag. Sehr persönliche Anmerkungen zum Pfarrfest in der Pfarrei St. Katharina Allgemein sagt man den katholischen Gottesdiensten eine emotional hochwirksame Gestaltung nach. Und speziell traf das durchaus zu beim Festtag in der Pfarrei St. Katharina am 8. September mit dem besonderen Eröffnungsgottesdienst und mit dem bemerkenswerten Schlussgottesdienst. Damit hatte niemand gerechnet, für die Zeit dazwischen aber hatten sich alle im Vorwege viele Gedanken und große Mühen gemacht, um drei Ereignisse gleichzeitig für diesen Tag vorzubereiten. Denn in St. Michael fanden statt: Das Pfarrfest, die Teilnahme am Deutschen Orgeltag und die Teilnahme am Tag des offenen Denkmals. Und alle drei Ereignisse waren erfolgreich, die mit vielen Besuchern und die mit wenigen Teilnehmern, von der Qualität her und der Anmutung. Aber der Reihe nach:

Der Eröffnungsgottesdienst begann zu ungewöhnlicher Zeit, um 11 Uhr, ungewöhnlich mitnehmend war die musikalische Gestaltung mit »Neuen Geistlichen Liedern« durch die Band »Kreuz und Quer« gemeinsam mit dem Kirchenchor, und noch ungewöhnlicher war die Predigtkatechese: Wenn der Pfarrer es schafft, buchstäblich auf Augenhöhe mit den Kindern das Thema »Vertrauen« deutlich zu machen, dann haben sicher nicht nur die Kleinen etwas von der Botschaft mitgenommen.

Fest Fest Allgemein bekannt ist auch, dass langes Stillsitzen in der Kirche hungrig und durstig macht. Und so nahmen viele Menschen aus der ganzen Pfarrei nach der Messe zuerst gerne die abwechslungsreichen kulinarischen Angebote des Pfarrfestes im Gemeindehaus und auf dem Gelände des Kindergartens wahr: Die von vielen Aktiven mitgebrachten, gegrillten, zubereiteten und servierten Würstchen, Salate, Waffeln, Kuchen und Getränke sorgten für gute Stimmung und Gespräche in Muße, eine Tombola brachte Spannung und Gewinne. Die Pfadfinder waren aktiv, der Pinneberger Arbeitskreis Brückenschlag »Eine Welt« mit Verkaufsstand und dem Projekt »Arcoverde« und die Halstenbeker mit dem Projekt »Straßenkinder von Maceió/Brasilien«, um nur einige zu nennen. Nicht vergessen werden soll ein zufälliger Blick in die geöffnete Kleiderkammer. Saubere, sorgfältig sortierte und in langen Reihen akribisch aufgereihte Textilien stehen zur Verteilung bereit. Auch hier, genau wie bei der Vorbereitung und Durchführung des Festes – welch eine Arbeit – zeigt sich das Engagement in und für die Gemeinde und deren Lebendigkeit!

Im Rahmen des Deutschen Orgeltages, dem zweiten Ereignis, organisierte der Orgelbauverein für die Zeit nach dem Mittagessen drei Angebote: Eine Orgelführung für Kinder, eine für Erwachsene und ein Orgelkonzert. Ansgar Springub, Mitglied im Team der Organisten von St. Michael und Vorsitzender des Orgelbauvereins, erklärte mit Hilfe von Bildern sehr anschaulich die Grundfunktionen und den Vorgang der Restaurierung unserer Orgel. Er ermöglichte den insgesamt ca. 20 Interessierten den seltenen Blick in die Orgel durch die geöffneten Klappen. Beispielhafte Hörproben machten Pfeifen, Register, Spielweisen und Besonderheiten unserer Orgel erfahrbar. Bei der Kinderführung motivierte Ans­gar Springub auch die jüngsten Zuhörer für die Orgel: Ein Orgelquiz vermittelte Erfolgserlebnisse und machte in der Kirche höllischen (!) Spaß. Wir freuen uns auf den Organisten-Nachwuchs!

Fest Fest Kirchenmusikdirektor Robert Dears, der schon zur Orgelweihe die Pinneberger Orgel gespielt hat, unterstützte auch den Orgeltag mit einem Konzert. Orgelmusik aus fünf Jahrhunderten stand dabei im Mittelpunkt. Dears spannte einen Bogen von Dietrich Buxtehude bis hin zu Andreas Willscher, den die Orgelfreunde ebenfalls schon als Organisten in St. Michael erleben durften. Dears zeigte wieder einmal beeindruckend die Klangfülle des Instruments, die vor allem bei der Toccata in C von Johann Pachelbel oder dem furiosen »Finale für einen kleinen Festtag« des zeitgenössischen Komponisten Colin Mawby die Zuhörer wieder einmal begeisterte.

Das dann folgende kurze Orgelspiel, für das sich ein Organist aus Polen kurzfristig eingefunden hatte, beschloss die Veranstaltungen des Orgeltages. Auch hier zeigte sich wieder, dass unsere neue Orgel offensichtlich Qualitäten aufweist, die sie auch für fremde Organisten attraktiv macht.

Als drittes Ereignis, neben Pfarrfest und Orgeltag, war das Kirchengebäude St. Michael zum Tag des offenen Denkmals angemeldet und auf der zugehörigen Website bekannt gemacht worden. Bei nur einer »fremden« Besucherin, die mit ihren Kindern den im Internet ausgeschriebenen Termin wahrnahm, kann man sich natürlich zu Recht fragen, ob sich dieser Aufwand gelohnt hat.Fest Die Antwort darauf hat Peter Kleinort, der Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenvorstands und des Orgelbauvereins, eindrücklich mit seiner informativen Führung gegeben. Er erklärte nicht nur sehr interessant die Architektur und Ikonografie des Gebäudes bzw. der Einrichtung, sondern diese Aussagen wurden mit den dahinterstehenden Merkmalen des katholischen Glaubens verbunden. Und vieles davon hatte nicht nur für die »fremde« Besucherin, sondern auch für altgediente Kirchenfüchse Neuigkeitswert.

Wie gesagt, auch die Vesper um 17 Uhr hatte bemerkenswerte Elemente. Allein, dass zu dieser Zeit doch noch unerwartet so viele Menschen kamen, um den ganzen Sitzkreis im Chorraum von St. Michael vollständig zu füllen, war erfreulich. Zwei Wortgottesdienstleiterinnen aus Herz Jesu hatten eine klassische Vesper nach den Regeln des Römischen Stundenbuches vorbereitet und stellten mit der Auswahl des Mottos: »Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen« (Offb 21.3) und des Psalms 122 tragfähige Bezüge zum erfreulichen Tagesereignis in der Pfarrei und gleichzeitig zum traurigen Konflikt im Nahen Osten her. Besonders der letzte Schwerpunkt wurde von vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Betrachtung des Psalms hervorgehoben: »Erbittet für Jerusalem Frieden!«

Und auch die musikalische Gestaltung war nicht alltäglich: Die Intention der Vesper mit dichter, meditativer Atmosphäre würde den Gesang eher mit zum Beispiel kammermusikalischer Begleitung sehen, die Intention des Orgeltages dagegen stellt natürlich das entfernte, öffentliche Instrument in den Mittelpunkt. Wie die Diskrepanz zwischen diesen beiden widerstreitenden Ansprüchen aufgelöst wurde? Vorspiel und Liedbegleitung erfolgten durch eine Flöte mit sehr zurückhaltender Orgelbegleitung. Den beiden Wortgottesdienstleiterinnen Elke Lütgenau-Hawae und Elisabeth Krämer und den Musizierenden Katharina Springub (Flöte) und Ansgar Springub (Orgel) wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein sehr herzliches Dankeschön ausgesprochen für ihre engagierte Gestaltung der spirituell notwendigen Abrundung des schönen Festtages.



Walter Kosmale


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