Nachrichten aus der Pfarrei St. Katharina von Alexandrien

Pfarrbrief »miteinander unterwegs«


Februar 2013

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OrgelweiheDer Beginn einer wunderbaren Freundschaft


Am Sonntag, dem 16. Dezember 2012, war es nach einer für die Gemeinde langen Zeit ohne »unsere« Orgel endlich so weit: Vor dem feierlichen Festhochamt in der sehr gut gefüllten St.-Michael-Kirche weihte Dechant Stefan Langer auf der Empore unsere neue Orgel. Mit Weihrauch und Weihwasser und in einer für diesen Zweck eigens vorgesehenen Zeremonie. Und das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen der Gemeinde und ihrer Orgel.

»Die Orgel zeigt neue Möglichkeiten bei dem Liedvorspiel und der Begleitung des Gemeindegesanges. Da merkt man wirklich den Unterschied: diese Tonfülle und jetzt endlich die Basis für unseren Gesang« äußerten sich Gotttesdienstbesucher sehr begeistert.Festschrift

Am Ende des Gottesdienstes würdigte Ansgar Springub als Vorsitzender des Orgelbauvereins die Leistungen der Orgelbauer und bedankte sich bei Kirchenmusikdirektor Dears für sein Spiel. Patricia Kleinort sprach den Dank aus für den Pfarrgemeinderat und Benedikt Albert als stellvertretender Kirchenvorstandsvorsitzender würdigte neben anderem auch den von den Mitgliedern des Orgelbauvereins geleisteten Einsatz.

Die am Ausgang angebotene sehr informativ und ansprechend gestaltete Festschrift fand großen Absatz. Bei Interesse können Sie diese auch jetzt noch zum Preis von drei Euro im Pfarrbüro erwerben – auch hier hilft jeder Euro bei der Finanzierung.

Die angereisten Gäste – der Organist Kirchenmusikdirektor Dears, Orgelbauer Schloetmann mit seiner Familie, seine Mitarbeiter und deren Familien – und etliche Gemeindemitglieder verbrachten die Mittagspause bis zum Orgelkonzert am Nachmittag im Gemeindehaus. Der Orgelbauverein hatte zu einem kleinen Empfang und zu einem Imbiss mit Suppe und Kaffee und Kuchen eingeladen. In sehr gelöster und fröhlicher Stimmung sahen alle dem festlichen Konzert entgegen.

Mit kraftvollen und meditativen Klängen zeigte Kirchenmusikdirektor Robert Dears dann die beeindruckende Klangfülle des neuen Instruments in St. Michael.
Organist und OrgelbauerKonzert
Im Zentrum des gut 90-minütigen Konzerts standen Werke, die auf die Adventszeit abgestimmt waren, darunter »Nun komm der Heiden Heiland« von Johann Sebastian Bach, dessen Grundmelodie auch im Gotteslob zu finden ist oder eine Suite des zeitgenössischen südtiroler Komponisten Herbert Paulmichl über den adventlichen Choral »O Heiland, reiß die Himmel auf« von Friedrich Spee (GL 105).

Die von Robert Dears getroffene Auswahl der Stücke beeindruckte durch ihren Wechsel zwischen klassischer Orgelliteratur des 17. und 18. Jahrhunderts und modernen zeitgenössischen Werken. Mit drei eigenen Bearbeitungen des Chorals »Wachet auf, ruft uns die Stimme« (GL 110), den Philipp Nicolai an der Wende des 16. zum 17. Jahrhundert komponierte, steuerte Robert Dears eine Eigenkomposition zum Konzert bei, die eindrucksvoll zeigte, dass der für Schleswig-Holstein zuständige Orgelsachverständige nicht nur ein hervorragender Organist ist, sondern auch ein Komponist, der die vielfältigen Möglichkeiten der Orgel kongenial künstlerisch herauszuarbeiten versteht.

Ein weiterer Spannungsbogen ergab sich auch durch die von Dears unterschiedlich ausgespielten Klangfarben, die er mittels verschieden registrierter und in ihrer Wirkung angelegter Stücke aus der neuen Marcussen-Hammer-Orgel von Georg Schloetmann gewissermaßen herauszukitzeln vermochte. Kraftvolle Stücke wie das »Cornet Voluntary in G-Dur« des blinden englischen Barockkomponisten John Stanley wurden nahezu kontrapunktisch durch eher meditativ-sphärenhafte Klänge wie in dem »Choral in e-Moll« des ebenfalls blinden französischen Komponisten und Organisten Jean Langlais ergänzt.

Die rund 100 Besucher des nachmittäglichen Konzerts erlebten eine bisher in Pinneberg nicht gekannte Einstimmung auf Advent und Weihnachten. Die Intensität des Spiels bewies zudem, dass Robert Dears in der neuen Pinneberger Orgel ein Instrument vorfindet, dem er eine ganz besondere Zuneigung zuteilwerden lässt und die nicht nur aus der Begleitung der Sanierung und Neukonzeptionierung der Orgel durch Orgelbaumeister Georg Schloetmann resultiert. Die Zusage von Robert Dears, die Weihnachtszeit durch ein zusätzliches Konzert am 11. Januar orgelmusikalisch abzuschließen, wurde durch Publikum und Orgelbauverein dankbar angenommen.

Peter Kleinort


Der Nachmittag endete mit einer Einweisung der Organisten der Gemeinde in die Orgel. Kirchenmusikdirektor Dears und Orgelbaumeister Schloetmann demonstrierten die Klangmöglichkeiten des neuen Instruments. Durch die neuen Register und die fünf Koppeln plus Schweller und Pedaltritt gibt es viele neue Möglichkeiten der Registrierung. Nach einer Eingewöhnungsphase will Herr Dears dieses Treffen wiederholen und erste Erfahrungen mit den Organisten austauschen.

OrgelabnahmeUnd am Montagabend trafen sich Orgelbauer Georg Schloetmann und als Sachverständiger des Bistums Kirchenmusikdirektor Dears mit Vertretern des Kirchenvorstandes, des Pfarrgemeinderates und des Orgelbauvereins zur Abnahme der Orgel.

Der Sachverständige zeigte sich mit dem Werk sehr zufrieden und bestätigte die ordnungsgemäße Erfüllung des Vertrages. Es wurde vereinbart, dass die bei einer Neuaufstellung und Neuintonation einer Orgel nach einiger Zeit üblichen Feinjustierungen im ersten Quartal des Jahres 2013 durchgeführt werden.

Spendenaufrufe waren wirksam: 100 000 Euro geknackt. Offensichtlich nahmen sich die Pfarreimitglieder die ermunternden Spendenaufrufe am Schluss des Weihegottesdienstes und in der Festschrift wirklich zu Herzen. Mit dem Jahresabschluss 2012 wird folgender erstaunlicher Finanzstatus deutlich:

Die Summe der Kosten beträgt bislang 145 972,68 von geplanten 150 560,00 . Es sind noch Kosten für notwendige Anpassungsmaßnahmen bei der Empore zu erwarten. Der Budgetrahmen wird also eingehalten.

Die Summe der Einnahmen ist noch einmal kräftig angewachsen. Die letzen Kollekten im Dezember erbrachten zusammen 1 121.52 , in unmittelbarem Zusammenhang mit der Weihe wurden mehrere große Patenschaften übernommen, und es trafen weitere große Einzelspenden ein. Zum Redaktionsschluss betrug damit der Stand der Einnahmen insgesamt 100 526,01 , das sind über zwei Drittel der geplanten Gesamtkosten. Oder anders gesagt: Noch 50 000 werden benötigt, um die zinslosen Darlehen der Pfarreimitglieder und das Darlehen aus den Pfarreirücklagen abzulösen.

Ein solches Ergebnis bis zur Orgelweihe hätte sich niemand träumen lassen! Allen Kollektengebern, Spendern und Paten sei ein sehr, sehr herzliches Dankeschön gesagt.

Benefizkonzert am 11. Januar. Kirchenmusikdirektor Robert Dears ließ es sich trotz Erkältung und Terminnot am Freitag, dem 11. Januar, nicht nehmen, mit einem Orgelkonzert selbst den Weihezyklus zu beenden und gleichzeitig damit den Reigen der folgenden Konzerte zu eröffnen: Das gut besuchte Orgelkonzert am 11. Januar bildete nach dem Weihesonntag den Auftakt zu der neuen Benefizveranstaltungsreihe. Kirchenmusikdirektor Robert Dears, der ja als Sachverständiger des Bistums und als Organist des Weihesonntages eine sehr enge Beziehung zu unserem Instrument hat aufbauen können, ließ es sich nicht nehmen, dieses Konzert selbst zu spielen. Das Programm enthielt Stücke vom Barock (Bach, Buxtehude) bis zur Zeitgenössischen Moderne (Paulmichl) und schloss ab mit Stücken von Alexandre Guilmant, einem französischen Komponisten. Alexandre Guilmant war befreundet mit dem Orgelbauer Cavaille-Coll und hat auch für diesen Orgeltyp komponiert. Da unsere Orgel sich unter anderem an dem französischen Orgeltyp orientiert, klangen diese Stücke besonders gut. Gut zu hören war der Einsatz des Schwellers und die daraus resultierenden Lautstärkeänderungen. Im Anschluss an das Konzert fand die Orgelbesichtigung reges Interesse.







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