Nachrichten aus der Pfarrei St. Katharina von Alexandrien

Pfarrbrief »miteinander unterwegs«


Oktober 2012

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Von Versailles nach Pinneberg


Auch wenn die Drostei in Pinneberg mit etwas Phantasie Erinnerungen an hochherrschaftliches Leben wecken könnte, ist Pinneberg noch nie in seiner Geschichte eine Residenzstadt gewesen. Für den Orgelbauverein verwandelte das Tanzensemble Rossina aber das Gemeindehaus von St. Michael am Fahltskamp in einen Tanzsaal des Rokoko.

Es war schon ein außergewöhnliches Ambiente: Seit Jahren war der Saal im Gemeindehaus wieder einmal fast ganz freigeräumt. Die Trennwände waren geöffnet, selbst die Bühne war reaktiviert. Und es war ein spannender Kontrast, der sich auftat, als in den Mauern eines Gebäudes aus den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts plötzlich Musiker mit Kniebundhosen, Seidenstümpfen und Perücken an Cembalo, Cello und Flöte saßen, die Notenständer stilecht aus gedrechseltem Holz, begleitet von einem Maître de danse.

Was dann folgte, war ein im konkreten Wortsinn bezaubernder Ausflug in die Tanzkunst des 17. Jahrhunderts. Acht Tänzer und Tänzerinnen unter der Leitung von Birte Hoffmann-Cabenda schwebten gewissermaßen über das Parkett des Gemeindesaales. Die Damen in der Robe volante mit Fächer und hohen Perücken, die Herren in Kniehose, Weste und Rock unter dem typischen Dreispitz und der »Bourse«, der Pferdeschwanzperücke, ließen die über 50 Besucherinnen und Besucher von Festen in Wolfenbüttel, Nymphenburg oder Versailles träumen.

Das Ensemble Rossina führte dabei gewissermaßen eine für die Zeit typische Geschichte auf, in der Krieg und Kampf, aber auch Galanterie und Spiel in Gavotte, Bourrée, Passepied, Loure, Forlane, Rigaudon, Sarabande und Gigue dargestellt wurden.

»Es war eine spannende und beeindruckende Darbietung,« lobte der Vorsitzende des Orgelbauvereins, Ansgar ­Springub, »unsere Besucher waren begeistert.« In der Tat wurde der Wunsch laut, das Ensemble Rossina möge bald wieder einmal zu einer Tanzdarbietung zu Gast in der Pfarrei sein.

Für den Orgelbauverein hat sich das »Wagnis« dieses ungewöhnlichen Benefizkonzerts doppelt gelohnt: Nicht nur der gute Besuch sprach für die glückliche Hand bei der Programmauswahl, auch die Spendenbox für die Orgel quoll mit Zuwendungen über 315 Euro fast über.



Peter Kleinort




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