Pfarrei St. Katharina von Alexandrien, Pinneberg





»Musik zum Ewigkeitssonntag«



KMD Zilcher Judith Wolf Soran Kirchenmusikdirektor Wolfgang Zilcher wählte zehn sehr unterschiedliche Werke für sein Programm aus und brachte sie in eine spannende Reihenfolge.

Zeitlich spannte sich der Bogen über 250 Jahre, vom Barock Bachs bis zum zeitgenössischen John Rutter, thematisch aber bildeten alle Stücke eine zur Intention des Abends passende Einheit. Das Ewige Leben stand im Vordergrund, nicht der Tod!

Den formalen Rahmen bildeten zwei Stücke gleichen Titels: »Herr, bleib bei uns, denn es will Abend werden.« Zu Beginn ein 1855 komponiertes Chorwerk von Josef Gabriel Rheinberger und zum Schluss drei Sätze aus der Kantate BWV 6 von Johann Sebastian Bach. Und auch das »Ave Maria« bot einen doppelten Kontrast, der von Rachmaninow 1915 geschriebene Teil seiner Vesper, vom Chor gesungen und das »Ave Maria«, das, vermutlich fälschlich, dem italienischen Komponisten des 17. Jahrhunderts Giulio Caccini zugeschrieben wird. Dieses zweite »Ave Maria« wurde solistisch von der Sopranistin mit Klavierbegleitung dargeboten. Die Mitte des Programmes bildete das Adagio aus dem Streichquartett op. 33 von Joseph Haydn.

Die musikalische Darbietung erfreute in vielfältigen Aspekten.

Die Stimmen des Vokalensembles »Sequere Vocem« füllten selbst in kleiner Besetzung den Raum harmonisch aus. Das Engagement und die Begeisterung des Chores teilten sich dem Publikum mit!

Das Streichquartett »Banda Aurea« bildete bei den gesanglichen Teilen des Adagios von Haydn eine schöne Einheit und gab bei der Kantate von Bach nicht nur einen soliden Untergrund für den Chorgesang, sondern überzeugte hier auch bei einigen solistischen Sequenzen.

Banda Aurea Sequere Vocem In drei Solostücken für Sopran sorgte Judith Wolf für Emotionen beim Publikum. Neben dem »Ave Maria« von Caccini und einer »musikalischen Beichte« von Charles Gounod: »O divine redeemer«, beides mit Klavierbegleitung, ergab sich aus der Orgelbegleitung zum »Hör mein Bitten« von Mendelssohn ein ganz besonderer klanglicher Eindruck. Scheinbar mühelos wurden Höhe und Dynamik gemeistert und beeindruckt haben auch gerade die leisen und langsamen Partien durch Konstanz und Spannung des Tones.

In dem sehr »eigenen« Stück aus dem Jahre 1935, den »Les Enfants de Dieu«, den »Kindern Gottes« von Olivier Messiaen, zeigte Wolfgang Zilcher, was selbst unsere alte Orgel zu leisten imstande ist. Welchen Hörgenuss erst wird unsere neue Orgel bei einem so meisterlichen Organisten möglich machen! Und Wolfgang Zilcher in seinem Element zu erleben macht Freude. Simultan als Dirigent und Pianist, sukzessiv als Chorleiter und Organist befördert er alle, Chor, Solisten und Streicher! Mit Verve hält er die Fäden in der Hand, selbst das Publikum ist beim improvisierten Abschiedskanon mit Spaß dabei.

Langanhaltender Applaus zeugte von der Begeisterung der etwa 25 Zuhörerinnen und Zuhörer für das Engagement der Künstlerinnen und Künstler und des Leiters. Für die Spenden in Höhe von 120,03 € bedanken sich der Kirchenvorstand der Pfarrei St. Katharina und der Orgelbauverein für die neue Orgel in der Kirche St. Michael.


Walter Kosmale



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