Pfarrei St. Katharina von Alexandrien, Pinneberg



Kathi passt auf
oder
Der finanzielle Zusammenschluss in der Pfarrei St. Katharina



Am 1. April vor fünf Jahren wurde die kleine Kathi geboren. Ein Wunschkind war sie wirklich nicht, schließlich wurden ihre Eltern aus Pinneberg und Halstenbek aus finanziellen Gründen zur Hochzeit gezwungen. Aber nun haben sich alle ganz, ganz lieb.

Und wenn Mami und Papi sich über ernste Dinge unterhalten: »Zähl bloß mal zusammen, was Du schon wieder ausgegeben hast, da bleibt doch von Deinem Geld gar nichts übrig!« – »Du hast gut reden, Du kriegst doch viel mehr als ich, da kannst Du mir ruhig mal was abgeben.« – »Nee, das geht nicht, Du kannst Dir an allen zehn Fingern abzählen, was ich so alles brauche.« – dann passt Kathi ganz besonders auf. Sie interessiert sich doch schon für alles, was mit Zahlen zu tun hat. Schließlich ist Kathi ein aufgewecktes Kind. Und vor allem mag sie es gar nicht, wenn ihre Eltern sich nicht einig sind: »Hallo, was ist denn mit euch los, ich denke, wir gehören alle zusammen. Dass ich mein extra Taschengeld kriege, das ist ja wohl klar, aber dass Ihr Euch alles gegenseitig vorzählt, das geht ja wohl gar nicht.« – »Das kommt doch noch aus der Zeit, als wir noch nicht zusammen gehörten.« – »Aber eigentlich hat Kathi recht, jetzt sind wir ja schon so lange zusammen, da können wir doch endlich mal alles zusammenschmeißen!«


Und das hat sich der Kirchenvorstand der Pfarrei St. Katharina von Alexandrien fünf Jahre nach der Fusion der Gemeinden St. Michael und St. Pius, Pinneberg, und Herz Jesu, Halstenbek, auch gedacht und hat die bislang getrennten Rechnungen zusammengeführt. In dieser Zeit haben die Menschen sich persönlich kennengelernt, sie haben gesehen, wie die jeweils anderen zum Nutzen der gesamten Pfarrei zusammenarbeiten und sie haben erlebt, dass die anfängliche Zurückhaltung von Offenheit und Vertrauen abgelöst wurde. Damit wurden die zwei notwendigen Grundlagenbeschlüsse schon jetzt und nicht erst, wie ursprünglich geplant, nach zehn Jahren möglich.

Der erste und wichtigste Beschluss betrifft die solidarische Verwendung der vom Bistum zugewiesenen Gelder: »Um die kirchliche Präsenz in Pinneberg und Halstenbek aufrecht erhalten zu können und das Ziel der Integration in der Pfarrei zu befördern, sieht sich der Kirchenvorstand der Pfarrei St. Katharina von Alexandrien in der Verantwortung für den Erhalt aller Gebäude der Pfarrei, sowohl derjenigen am Standort Pinneberg als auch derjenigen am Standort Halstenbek, wie sie am 31. 12. 2010 bestehen, zu sorgen.«

Der zweite, folgerichtige Beschluss betrifft dann die Aufhebung der Aufteilung der vom Bistum zugewiesenen Gelder: »Vom Jahr 2011 an wird die Gewinn- und Verlustrechnung . . . nur noch bei der übergeordneten, gesamten »Pfarrei« und nicht mehr zusätzlich bei den einzelnen Teilen »Katharina«, »Halstenbek« und »Pinneberg« durchgeführt.«

Ab sofort werden so die neu zugewiesenen Bistumsmittel nur noch der Pfarrei insgesamt zugeteilt und auch gemeinsam verwendet. Die bestehenden Rücklagen und zweckgebundenen Spenden für Pinneberg und Halstenbek werden natürlich weiter standortbezogen verwendet bzw. eingeworben. In der Rechtsprechung wäre das einer beschränkten Gütergemeinschaft von Lebenspartnern vergleichbar. Der Zusammenschluss der Gemeinden ist damit in finanzieller Sicht auf beiderseitigen Wunsch einvernehmlich und in sehr kurzem Zeitraum zum Abschluss gekommen.

»Na also, seid bloß froh, dass Kathi so auf Euch aufgepasst hat!«


Walter Kosmale



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